Lesung: Paris – Boulevard St. Martin No.11

30. April 2024

Einladung zur Veranstaltung mit Silvia Gingold und Dr. Ulrich Schneider am Donnerstag 16. Mai 2024 um 18 Uhr im Bürgerhaus Neckarstadt-West, Lutherstr. 17, Mannheim.

Ein literarisch-politischer Abend der VVN-BdA Kreisvereinigung Mannheim. Es wird gelesen aus dem Buch „Paris – Boulevard St. Martin No.11“ von Peter Gingold, Kommunist im Widerstand, Mitglied der Resistance und Silvia Gingolds Vater.

Die Veranstaltung ist ein Beitrag der VVN-BdA zum 8. Mai – Tag der Befreiung vom Faschismus.

Aktionstag gegen Rassismus

28. Februar 2024

Aktuelle Termine 2024

16. Januar 2024

Die VVN-BdA Mannheim präsentiert:
Internationaler Liederabend in den Kulturbrücken
am Dienstag, 30. Januar 2024
Kulturbrücken
Böckstr. 21, Mannheim-Jungbusch,
Beginn 19:00 Uhr

Die nächsten Antifaschistischen Stadtrundgänge in Mannheim
Samstag 6. April 2024
Samstag 11. Mai 2024
Beginn jeweils 10.30 Uhr am Georg-Lechleiter-Platz.
Anmeldung bei Abendakademie Ma, Tel. 0621 1076 190
Teilnahmegebühr 5,-€.

Antifaschistischer Stadtrundgang

Rückblick: Kundgebung zum Gedenken an die Lechleiter-Gruppe 2023

18. September 2023

Zum alljährlichen Gedenken an die Lechleiter-Gruppe versammelten sich am 15. September 2023 rund 100 Menschen am Georg-Lechleiter-Platz in der Schwetzingerstadt. Die Gruppe um den KPD-Abgeordneten Lechleiter hatte bis 1942 Widerstand gegen die Nazis geleistet, wurde dann verraten, viele wurden verhaftet und hingerichet. Die Vereinigung der Verfolgten des NS-Regimes / Bund der Antifaschist*innen (VVN-BdA) organisiert jedes Jahr eine Kundgebung, um an den mutigen Widerstand der Männer und Frauen zu erinnern.

Fritz Reidenbach

Fritz Reidenbach begrüßte für die Mannheimer VVN-BdA die Anwesenden und erinnerte an den Widerstand der Kommunist*innen, Sozialdemokrat*innen und Parteilosen, die sich in Mannheim zusammengeschlossen hatten. Sie brachten die illegale Zeitung “Der Vorbote” heraus und verteilten sie in Betrieben und Wohngebieten. Darin klärten sie die Bevölkerung über die politische Lage im In- und Ausland auf und riefen zum Widerstand gegen Hitler auf. Was vielerorts nicht gelang, war in Mannheim offenbar kein Problem: Über Partei- und Organisationsgrenzen hinweg, arbeiteten die Männer und Frauen aus der Arbeiterbewegung in solidarischer Weise zusammen. Fritz Reidenbach ging in seiner Rede auch auf die rechten Gewalttaten der letzten Jahr ein und mahnte, dass Erinnerung auch eine Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft bedeute.

Lars Treusch

Hauptredner Lars Treusch, Regionsgeschäftsführer des DGB, ging in seinem Beitrag auf die Gefahr des Erstarkens der AfD ein. Als moderne rechtsradikale Partei sei die AfD die größte Bedrohung für unsere demokratische Gesellschaft. Aber warum ist die AfD so erfolgreich? Lars Treusch sieht auch die rechten Argumentationslinien bürgerlicher Parteien, wie CDU oder Freie Wähler mit in der Verantwortung. Mit deren Sündenbock-Argumentation und ausgrenzender Rhetorik gegen Minderheiten, ganz nach dem Motto “DIE sind an allem schuld”, bereiteten sie einen Nährboden für die rechtsradikale Hetze der AfD. Die Gewerkschaften hätten zwar die besseren Lösungsvorschläge für soziale Probleme, aber aktuell hätten die Rechten leider die besseren “Marketingabteilungen”, die deren Parolen viel Reichweite verschaffen. In Thüringen könne man aktuell die Gefahren der Zukunft beobachten, wenn CDU und AfD Bündnisse eingingen und gemeinsam Gesetze durchsetzen. “Lang dürfte die Brandmauer von Merz nicht halten”, befürchtet der Gewerkschafter.

Weitere Redebeiträge wurden von Vertreter*innen des Offenen Antifaschistischen Treffens (OAT) und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) gehalten, die sich mit dem historischen Widerstand aus ihrer jeweiligen Perspektive beschäftigten. Bernd Köhler sorgte für die musikalische Begleitung der Veranstaltung mit den Liedern “Mein Vater wird gesucht”, “Nazis raus aus unserer Stadt” und dem “Einheitsfrontlied”. Ein besonderer Gruß an die gleichzeitig stattfindende Klimastreikdemo von Fridays for Future war das Lied “Blauer Planet”. Zum Abschluss wurde, ganz traditionell wie jedes Jahr, das Lied “Die Moorsoldaten” gesungen.

Die jährliche Kundgebung zum Gedenken an die Lechleiter-Gruppe ist auch ein Ort der Vernetzung und Kommunikation der antifaschistisch aktiven Menschen aller Generationen und politischen Spektren in Mannheim. So wurde in diesem Jahr über die Bedeutung der Klimabewegung und über die Zukunft des Mannheimer Bündnis gegen Rechts diskutiert. Es wurden Unterschriften für eine Initiative zur Benennung eines Park nach der Mannheimer Politikerin Anette Langendorf gesammelt. Auch sie war Mitglied der Lechleitergruppe.

Einladung zum Lechleiter-Gedenken 2023

11. September 2023

    Mannheim-Turley: Fritz-Salm-Straßenfest zum 110. Geburtstag

    17. August 2023

    In der Fritz-Salm-Straße auf dem Turley-Konversionsgelände in Mannheim fand aus Anlass des 110. Geburtstag des Namensgebers am 13. August 2023 ein kleines Straßenfest statt. Die Erinnerung an den Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus wird nicht nur von Bewohner*innen der Wohnprojekte gepflegt.

    Die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN-BdA) Kreisvereinigung Mannheim organisierte mit dem Wohnprojekt SWK die Gedenkveranstaltung. Mit einem Infostand, Redebeiträgen und einem Film aus den 1980er Jahren wurde an den Kommunisten Fritz Salm erinnert. Aus seinem Buch „Im Schatten des Henkers“, das den Mannheimer Widerstand aufarbeitet, wurden drei Abschnitte vorgelesen, die einen Eindruck der Stimmung in Mannheim vermittelten, kurz vor 1933 und in den Jahren nach der Machtübergabe an die Nazis, die von Gleichschaltung und Verfolgung geprägt waren. Dazu gab es Kaffee und Kuchen für die rund 40 Besucher*innen.

    Straßennamen für Widerständige

    Bereits 2017 fand zur Einweihung der Fritz-Salm-Straße ein Straßenfest mit großer Beteiligung aus Politik und Zivilgesellschaft statt. Die Straßen auf dem Turley Areal, eine ehemalige Militärkaserne in der Neckarstadt-Ost, sind nach Menschen benannt, die sich in unterschiedlicher Weise und aus unterschiedlichen Motivationen heraus gegen den Faschismus auflehnten und Widerstand leisteten.

    Neben Fritz Salm sind das Marianne Cohn, Mitglied der zionistischen Bewegung und eines Netzwerks zur Rettung jüdischer Kinder in Frankreich, Eva Herrmann, Quäkerin, die bis 1939 Jüd*innen nach England ausschmuggelte, Heinrich Wittkamp, Mitglied einer katholischen Widerstandgruppe sowie der Namensgeber der Kaserne nach dem Krieg, Samuel Turley, ein an der Invasion beteiligter US-amerikanischer Seargent eines Panzer-Batallions, der nahe Metz gefallen und posthum für seine Tapferkeit ausgezeichnet worden war.

    Der zukünftige Parkstreifen auf Turley, der nach Vorschlag der VVN nach Anette Langendorf benannt werden soll (Das Bild wurde 2021 aufgenommen)

    Anette-Langendorf-Park

    Das nächste Projekt ist bereits in Planung. Ein Quartierspark auf dem Turley-Gelände, dessen Bau bald beginnen wird, soll nach der Mannheimerin Anette Langendorf benannt werden. So lautet der Vorschlag der VVN-BdA, der vom Wohnprojekt SWK und weiteren Anwohner*innen auf Turley unterstützt wird und bereits von den Fraktionen Grüne und Li.PAR.Ti im Gemeinderat aufgegriffen wurde. Langendorf war als Kommunistin vielfältig aktiv, überlebte das KZ Ravensbrück und war später Mitbegründerin der VVN Mannheim. Über ihr Leben und Wirken wurde 2022 ein Dokumentarfilm veröffentlicht.

    Aktuell ist der Gemeinderatsantrag in einen Ausschuss verschoben. Die Initiative für einen Anette-Langendorf-Park wird sich aber weiter dafür einsetzen und mit öffentlichen Aktionen für Aufmerksamkeit sorgen.

    Die Mannheimer Zeitzeugin Karla Spagerer wird Mitglied der VVN

    5. Februar 2023

    Karla Spagerer

    Seit einigen Jahren tritt die heute 93jährige Sozialdemokratin Karla Spagerer als Zeitzeugin in Schulen und in der Öffentlichkeit auf, um an die Verbrechen der NS-Zeit zu erinnern. Dies macht sie mit großem Elan und mit Überzeugung, was bei den Schülerinnen und Schülern nicht ohne Wirkung bleibt. Unterstützt wird sie von Stefan Fulst-Blei, dem Mannheimer SPD-Landtagsabgeordneten.

    Karla Spagerer hat eine Vision, nämlich jungen Menschen deutlich zu machen, was Faschismus an der Macht konkret für Folgen hatte. Abschaffung der Demokratie, Verbot aller Parteien, außer der NSDAP, massive Aufrüstung und aktive Kriegsvorbereitung. Dann folgte der Überfall auf unsere Nachbarn und die Sowjetunion. Karla erlebte als junges Mädchen die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung und die Zerstörung der Synagoge. Sie erkannte am 15. September 1942 ein rotes Plakat an der Litfaßsäule, dass die Hinrichtung der Mitglieder der Widerstandsgruppe um Georg Lechleiter verkündete. Diese Nachricht brachte sie zu den Großeltern in deren Gaststätte, wo auch ihre Mutter und die Frau des ermordeten KPD-Landtagsabgeordneten, Anni Lechleiter, anwesend waren. Diese Nachricht hat alle geschockt und alle brachen in Tränen aus.

    Karla Spagerer mit Fritz Reidenbach bei einer Veranstaltung zur Aufnahme von Neumitgliedern

    Karla Spagerer möchte informieren, aufrütteln und zum aktiven Widerstand gegen heutige Bedrohungen von rechts anregen. Spätestens seit Einzug der AfD in den Bundestag hat sie sich dies vorgenommen. Auch die Tatsache, dass ein Onkel von ihr, der in den 30iger Jahren vor den Nazis emigrierte, als Kommunist in der Sowjetunion ums Leben kam, macht sie traurig. Dies anzusprechen und als Unrecht zu bezeichnen, ist für sie sehr wichtig.

    Karla Spagerer wurde für ihr Engagement vom Bundespräsidenten Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

    Karla Spagerer hat jetzt ihren Beitritt zur VVN erklärt. Einen Beitrag zur Solidarität mit der VVN, wie sie sagte, die immer wieder um ihre Existenz kämpfen musste, zuletzt wegen der entzogenen Gemeinnützigkeit, die wieder zuerkannt werden musste.

    Karla Spagerer hat die VVN über Jahre bei verschiedenen Aktivitäten kennengelernt, bei denen sie auch als Zeitzeugin gesprochen hat. Sie kann sich gut mit den Zielen der VVN identifizieren.

    Willkommen liebe Karla in der VVN und noch viel Kraft für deinen persönlichen Einsatz als Zeitzeugin.

    VVN-BdA Kreisvorstand Mannheim

    75 Jahre VVN Mannheim

    20. Januar 2023

    Die Gründergeneration der VVN Mannheim, die vor 75 Jahren die VVN gründete, waren Männer und Frauen aus dem Widerstand, politisch, rassisch und religiös Verfolgte. Sie schlossen sich zu einer Vereinigung über Parteigrenzen hinweg zusammen und wurden am 4. Februar 1947 von der US-amerikanischen Besatzungsmacht zugelassen. Jakob Baumann(SPD) und Anette Langendorf(KPD) wurden zu Vorsitzenden gewählt, die auch seit 1946 im Gemeinderat waren. Paul Schreck, Willy Grimm, Heinrich Mellinger, August Locherer, Richard Hofmann und Richard Stark waren weitere Gründungsmitglieder der VVN. 1947 zählte die VVN 860 Mitglieder. Es gab bis 1949 gemeinsame Gedenkveranstaltungen der Parteien zum Widerstand. Der Kalte Krieg hat diese Gemeinsamkeit zerbrochen und fortan wurden diese von der KPD und der VVN organisiert. Wie und wo dieses Gedenken seinen richtigen und festen Platz hat, war Gegenstand jahrelanger Debatten. Erst 1988 wurde das Denkmal für den Mannheimer Arbeiterwiderstand auf dem Georg-Lechleiter-Platz von der Stadt Mannheim und der VVN eingeweiht. Bis heute finden dort die jährlichen Gedenkfeiern am 15. September statt.

    Mit der Gründung der BRD und der Westintegration waren die Ziele der Antifaschisten für eine Säuberung der Wirtschaft, der Verwaltung und der Justiz von führenden Nazis und der Forderung nach Wiedergutmachung für die Opfer des Faschismus auf die Seite geschoben.

    Fortan kämpfte die VVN im Bündnis für eine friedliche Entwicklung in Deutschland. 1950 bei einer Arbeiterdemonstration in Mannheim wurde das Wideraufstehen des Militarismus angeprangert. Zu erkennen sind auf dem Bild Helmut Gramlich, Hermann Hohl und Franz Holzhauer, bekannte Arbeiterfunktionäre und Antifaschisten aus Mannheim. Die politische Debatte gegen eine Wiederbewaffnung, gegen die Einführung der Bundeswehr, gegen neue Atomwaffen und gegen einen NATO-Beitritt der BRD bestimmten in den Jahrzehnten bis heute das politische Handeln der VVN und deren Mitglieder. „Nie wieder Krieg!“ war und ist Leitlinie der VVN. Auch aktuell gegen den Krieg in der Ukraine und gegen die Militarisierung und die Hochrüstung in unserem Land.

    Ein zweiter großer Schwerpunkt der Arbeit der VVN über die vielen Jahre war die Auseinandersetzung mit alten Nazis und dem wachsenden Neofaschismus. Das Auftreten der NPD, der DVU und der REP´s und aktuell der AfD und dem III. Weg führte zu häufigen Protestaktionen gegen deren Parteitage und deren Hetz-Veranstaltungen. Ausstellungen zum Neofaschismus und zum Widerstand wurden organisiert, Besuche in Gedenkstätten wie in Natzweiler/Elsaß, Sandhofen, Osthofen, Neustadt/W. und Neckarelz dienten der Aufklärung. Bei vielen Aktivitäten waren wir mit „Mannheim gegen Rechts“ vor Ort dabei. Für die VVN-BdA standen handelnde Personen im Mittelpunkt. Neben Anette Langendorf und Richard Stark, waren dies Heiner van der Laan und Fritz Salm mit dem Buch „Im Schatten des Henkers“ und den vielen Vorträgen, Stadtrundfahrten und Ausstellungen zum Widerstand. Fritz Salm war eine der prägenden antifaschistischen Persönlichkeiten der Mannheimer VVN. Auf Vorschlag der VVN wurde vom Gemeinderat 2014 eine Fritz-Salm-Straße auf dem ehemaligen Turley-Gelände beschlossen und 2017 eingeweiht. Auch Usch Köhler, Karola Fromm, Elke Kammigan-Bentzinger und Dr. Egon Knapp prägten die VVN-BdA und waren viele Jahre deren Vertreter*innen, wenn es u.a. gegen ausländerfeindliche Ausschreitungen wie 1992 auf der Schönau und um Abrüstung ging. Antifaschistische Stadtrundgänge mit Partnern zusammen, die Unterstützung der Aktion Stolpersteine für NS-Opfer und unsere Beiträge für den 8.Mai zum Feiertag zu machen, bestimmten unsere politische Arbeit.

    Die VVN-BdA hat sich über die Jahre im demokratisch-antifaschistischen Spektrum fest verankert und als zuverlässiger Partner erwiesen.

    Antifaschismus wird auch weiterhin gemeinnützig bleiben.

    Aufruf zum Lechleiter-Gedenken am 15. September 2022

    12. September 2022

    Dem Widerstand gedenken, Rassismus bekämpfen, den Frieden sichern!

    Die VVN-Bund der Antifaschistinnen Mannheim und das Offene Antifaschistische Treffen Mannheim laden zur Gedenkveranstaltung für den Mannheimer Arbeiterwiderstand ein:

    Donnerstag, 15. September 2022

    18.00 Uhr, Georg-Lechleiter-Platz

    Vor 80 Jahren am 14./15. Mai 1942 war der Prozess gegen Mitglieder der Widerstandsgruppe Georg Lechleiter in Mannheim. 14 Mitglieder wurden am 15. September 1942 in Stuttgart hingerichtet. Drei Mitglieder kamen bei Verhören und Folter ums Leben. Beim zweiten Prozess am 22. Oktober 1942 in Stuttgart wurden weitere 5 Mitglieder zum Tode verurteilt und am 24. Februar 1943 in Stuttgart hingerichtet. An diese Widerstandskämpfer*innen werden wir am 15. September erinnern. Erinnern heißt in ihrem Sinne kämpfen, gegen Rassisten und Faschisten, für Frieden und soziale Gerechtigkeit.

    Ablauf:
    Begrüßung durch Fritz Reidenbach vom VVN Kreisvorstand
    Bernd Köhler singt Arbeiter- und Friedenslieder, begleitet von Joachim Romeis(Geige)
    Florian Gutsche, VVN-Bundesvorsitzender aus Berlin spricht zum Widerstand und den aktuellen Anforderungen für Antifaschistinnen und Antifaschisten.
    Es folgen Grußworte von Vertreter*innen des Offenen Antifaschistischen Treffen Mannheim(OAT)und von der DIDF-Föderation Demokratischer Arbeitervereine e.V. Mannheim.

    Macht mit – Radelt mit!

    4. August 2022

    Sa. 13. August 2022, Treffpunkt 11.00 Uhr, Schloßhof Mannheim

    Mit dem Fahrrad zu Stationen des antirassistischen und antifaschistischen Widerstandes in Mannheim lädt die VVN-BdA Mannheim ein. Einige Radbegeisterte und Geschichtsinteressierte wollen teilnehmen.
    Um 11.00 Uhr Treffpunkt im Ehrenhof des Mannheimer Schlosses. Begrüßung: Fritz Reidenbach vom VVN-BdA Kreisvorstand

    „Wie Richter Orlet im August 1994 am Landgericht Mannheim dem Ober-Nazi Günter Deckert Charakterstärke und Verantwortungsbewusstsein in der Urteilsbegründung bescheinigte und auf 1 Jahr zur Bewährung wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung urteilte. Ein Skandalurteil löste vor Ort und weltweit Protest und Entsetzen aus“. Heiner Ritter vom AK Justiz erinnert sich.

    Im alten Rhein-Café am Rheinufer in Ma-Lindenhof wollte der Holocaust-Leugner und Rudolf-Hess-Fan David Irving sein neuestes Buch vorstellen. Viele Gewerkschafterinnen und Antifaschistinnen folgten dem Aufruf des DGB-Kreisvorsitzenden Lothar Hüneke 1984 und vermasselten dem Holocaust-Leugner die Schau. Klaus Dollmann vom VVN-BdA Kreisvorstand erinnert sich noch gut daran.

    Nächster Stopp ist das Werksgelände von John Deere. Dort wurden 2009 vor Ort 7 Stolpersteine in unmittelbarer Nähe des Denkmals des Werksgründers Heinrich Lanz verlegt, zur Erinnerung an 6 ermordete Widerstandskämpfer, die sich gegen die NS Barbarei stellten und ein Stolperstein für eine von der SS erschossene Zwangsarbeiterin aus der Ukraine. Betriebsräte von John Deere berichten von der Verlegung. Fritz Reidenbach informiert über das Projekt Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig.

    Wir radeln weiter zum Lisette-Hartzfeld-Platz, wo uns Barbara Ritter für die Gruppe Frauenwege erläutert, wie es zur Platzbenennung kam, auch über die Namensgebung des Rosa-Luxemburg-Park. Bevor wir weiterradeln werden wir die Bunker-Wandbemalung in der August-Bebel-Straße in Augenschein nehmen.

    Weiter geht es zur Rheingoldstraße beim Volkshaus Neckarau. Es war der 1. Mai 2012, die NPD wollte in der Stadt ihre faschistische Hetze verbreiten, was der Gemeinderat ablehnte. In 2. Instanz wurde ein Aufmarsch gerichtlich erlaubt, der dann in Neckarau stattfand. Wir Antifaschist*innen stellten uns in den Weg und blockierten den Weitermarsch der Nazis durch Neckarau. „Nazis raus aus unserer Stadt!“, war einer der Sprechchöre. Mathias Kohler, Antifaschist und SPD-Urgestein aus Neckarau erinnert sich.

    Im Anschluss radeln wir gemeinsam zum Strandbad und dort ist unser Abschluss bei der Pizzeria, vorm Campingplatz. Schmückt eure Fahrräder mit Friedensfahnen, Antifaschismus- und Antirassismus-Fahnen.

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